„Ich möchte einen Onlineshop erstellen“ – diesen Satz hören wir fast jede Woche. Dahinter stecken meist zwei Situationen: ein Ladengeschäft, das online verkaufen will, oder ein Unternehmen, das bereits verkauft und Bestellungen nicht länger per WhatsApp und E-Mail abwickeln möchte. In beiden Fällen lautet die richtige Frage nicht „Welche Plattform nehme ich?“, sondern „Welchen Shop brauche ich, damit der Onlineverkauf nicht mehr kostet, als er einbringt?“
Dieser Leitfaden fasst zusammen, was wir als WooCommerce-Agentur und PrestaShop-Agentur beim Aufbau und bei der Migration von Shops für KMU, Großhändler und Marken gelernt haben. Die Reihenfolge: was zu entscheiden ist, was gebaut werden muss und was es kostet.
Schritt 1: entscheiden, bevor Sie bauen
Vier Fragen, die alles Weitere bestimmen:
- An wen verkaufen Sie? An Privatkunden (B2C) oder an Unternehmen (B2B). Ein B2B-Shop braucht kundenspezifische Preislisten, Bestellung per Artikelnummer, Kreditlimits und ab 2027 E-Rechnungen gemäß der spanischen E-Rechnungspflicht. Ein B2C-Shop braucht eine gute Conversion, einfache Zahlung und klare Versandbedingungen.
- Wie viele Artikel haben Sie, und wie oft ändern sie sich? 40 feste Produkte sind etwas anderes als 30.000 Artikel mit täglich wechselnden Preisen und Beständen. Letzteres erfordert vom ersten Tag an eine ERP-Anbindung.
- Wo liegen heute die verbindlichen Daten zu Bestand und Preisen? Liegen sie in einem ERP (Dolibarr, Odoo, Sage …), muss der Shop von dort lesen. Liegen sie in Excel, ist jetzt der Moment, das zu ändern.
- Wer bearbeitet die Bestellungen? Wie schnell, von wo aus und mit welchen Werkzeugen? Ein Shop, den niemand betreut, ist nur eine hübsche Website.
Schritt 2: die Plattform wählen (WooCommerce, PrestaShop, Shopify)
Unternehmen in Spanien empfehlen wir fast immer eine der beiden ersten Lösungen:
| WooCommerce | PrestaShop | Shopify | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | Shop-Plugin für WordPress | Vollständige E-Commerce-Plattform | Cloud-Dienst mit Monatsgebühr |
| Ideal für | Marken, mittelgroße Sortimente, Content und SEO | Große Sortimente, B2B, Multishop | Schneller Start mit wenig Anpassung |
| Kosten | Keine Lizenz; Hosting und Entwicklung | Keine Lizenz; Hosting und Entwicklung | Monatsgebühr plus Provision pro Verkauf |
| Code und Daten | Gehören Ihnen | Gehören Ihnen | Gehören der Plattform |
| ERP-Anbindung | Vollständige REST-API | Webservice und Module | API, mit Limits je nach Tarif |
Wenn Sie es genauer wissen wollen, lesen Sie unseren ausführlichen Vergleich: WooCommerce vs. PrestaShop vs. Shopify. Die Kurzfassung: Lebt Ihr Geschäft von Content und Marke, nehmen Sie WooCommerce; lebt es von Sortiment und B2B, PrestaShop; wollen Sie ohne Investition testen und nehmen die Provisionen in Kauf, Shopify.
Schritt 3: Was jeder Shop zum Verkaufen braucht
Ein gut gemachter Katalog
Eigene Fotos, Beschreibungen, die die Fragen der Kunden beantworten, sauber strukturierte Varianten (Größe, Farbe, Format) und Kategorien, die sich daran orientieren, wie Menschen suchen – nicht daran, wie Sie Ihr Lager organisieren.
Zahlung
Kartenzahlung über Ihre Bank (Redsys, das spanische Kartenzahlungs-Gateway) oder über einen Anbieter wie Stripe, Bizum (in Spanien unverzichtbar) und PayPal. Für B2B: Überweisung und Zahlung auf Ziel mit Kreditlimit pro Kunde. Mehr dazu in unserem Beitrag über Payment-Gateways für Onlineshops.
Versand
Tarife nach Gewicht oder Bestellwert, kostenloser Versand ab einem bestimmten Betrag, Abholung im Laden und eine Anbindung an den Versanddienstleister, die Etiketten und Sendungsverfolgung erzeugt, ohne dass jemand Adressen abtippt.
Rechtliches
Impressum, Datenschutz- und Cookie-Richtlinie, AGB mit Widerrufsrecht und ein Bestellprozess, der dem Verbraucherrecht entspricht. Das ist nicht optional – und es reicht nicht, Texte von einer anderen Website zu kopieren.
SEO von Anfang an
Saubere URLs, Kategorien mit Text, Produktseiten mit strukturierten Daten, kurze Ladezeiten und eine Architektur, die Google versteht. Das SEO eines Shops entscheidet sich beim Design, nicht danach. Erst recht, wenn Sie von einer anderen Plattform migrieren.
Analyse
GA4 mit erweitertem E-Commerce-Tracking und – wenn Sie in Anzeigen investieren – Meta-Pixel und Google-Ads-Conversions, vom ersten Tag an sauber eingerichtet.
Schritt 4: den Shop an das ERP anbinden (hier wird Zeit gewonnen oder verloren)
Hier liegt der Unterschied zwischen einem Shop, der Arbeit macht, und einem, der Arbeit spart. Wenn jede Webbestellung ins Rechnungsprogramm abgetippt werden muss, jede Preisänderung doppelt gepflegt wird und der Bestand im Shop nie mit dem Lager übereinstimmt, kostet Sie der Shop jeden Tag Stunden.
Die Lösung ist eine Schnittstelle zwischen Shop und ERP: Produkte, Preise und Bestände gehen vom ERP in den Shop, Bestellungen und Kunden vom Shop ins ERP, wo sie kommissioniert, fakturiert und verbucht werden. Schritt für Schritt erklären wir das in So binden Sie Ihr ERP an WooCommerce oder PrestaShop an. Ein echtes Beispiel: Ein Ersatzteilgroßhändler mit 30.000 Artikeln hat heute aktuelle Bestände und Preise im Shop und an der Ladentheke – ohne Überverkäufe.
Was es kostet, einen Onlineshop zu erstellen
Das ist die andere große Frage, und sie verdient eine ehrliche Antwort: Es hängt vom Umfang ab, lässt sich aber eingrenzen. Wir sprechen von professionellen Shops, gebaut von einem Team mit ordentlicher Rechnung, nicht von Wochenend-Templates:
- Einfacher Shop (kleines Sortiment, Zahlung, Versand, Rechtstexte und SEO-Grundlagen): Das Budget richtet sich nach der nötigen Konfiguration und den Inhalten.
- Shop mit individuellem Design: Zu bewerten sind Sortiment, Produktkonfiguratoren, Blog und SEO-Arbeit.
- Shop mit ERP-Anbindung: Das Budget hängt von B2B-Abläufen, kundenspezifischen Preisen, Lagern und Marktplatz-Anbindungen ab.
Dazu kommen die laufenden Kosten: Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, Payment-Gateway (Gebühr pro Transaktion), Wartung und Updates. Mit WooCommerce oder PrestaShop zahlen Sie der Plattform weder Lizenz noch Provision pro Verkauf – und genau das fällt am Ende am stärksten ins Gewicht, wenn der Shop läuft.
Der teuerste Fehler ist nicht, zu viel für den Shop zu bezahlen, sondern für einen Shop zu bezahlen, der mit nichts verbunden ist und im Jahr darauf neu gebaut werden muss.
Häufige Fehler beim Erstellen eines Onlineshops
- Die Plattform nach dem Preis im ersten Jahr wählen statt danach, was sie kostet, wenn Sie verkaufen.
- Den Katalog „vorerst“ von Hand hochladen und ihn am Ende für immer von Hand pflegen.
- Ohne Bizum, ohne kostenlosen Versand ab einem Mindestbestellwert und ohne klare Rückgaberegeln starten.
- SEO auf später verschieben und dann feststellen, dass sich die Kategoriestruktur nicht ändern lässt, ohne Rankings zu verlieren.
- Nicht messen: nicht wissen, woher die Verkäufe kommen und was jeder einzelne kostet.
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Bei Interconecta konzipieren und entwickeln wir Onlineshops mit WooCommerce und PrestaShop, binden sie an Ihr ERP an und verbinden sie mit Payment-Gateways, Versanddienstleistern und Marktplätzen. Wenn Sie einen Onlineshop für Ihr Unternehmen erstellen oder Ihren bestehenden Shop neu aufsetzen möchten, erzählen Sie uns, was Sie verkaufen und wie Sie arbeiten: Wir sagen Ihnen, welche Plattform passt, welche Integrationen Sie brauchen und was es kosten würde – mit einem unverbindlichen Festpreisangebot.
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